Monatsübersicht Januar 2012
Astronomische Highlights 2012?
Das Jahr 2011 begann aus astronomischer Sicht mit einer partiellen Sonnenfinsternis zum Sonnenaufgang recht vielversprechend. Im Laufe des Jahres kamen noch zwei weitere Mondfinsternissen hinzu, wobei die letzte eher unspektakulär blieb und die Mondfinsternis Mitte des Jahres für viele im Dunst stecken blieb.
Alles in allem kann man sagen, dass das Jahr 2011 astronomische gesehen recht normal war.
© G. Brammer / ESO
© http://eclipse.astronomie.info / Arnold Barmettler.
Das Jahr 2012 bietet an sich einiges und doch wieder nicht. So ereignet sich am 04. Juni eine partielle Mondfinsternis. Dabei wird die größte Bedeckung um 12:03 Uhr erreicht - bestenfalls also mit einem Teleskop und dem Einsatz von Filtern zu beobachten.
Sichtbarkeitsgebiet der partiellen Mondfinsternis zur Finsternismitte: Für sämtliche auf dem Bild sichtbaren Regionen steht der Mond über Horizont und können somit die Finsternismitte beobachten.
Auch die Sternschnuppenströme planen ein Jahr as usual. Letztes Jahr gab es den Ausbruch des Sternschnuppenstroms der Draconiden, welcher normalerweise nicht sichtbar ist. Wir erwarten für 2012 normale Erscheinungen und Raten der großen Sternschnuppenströme der Perseiden, der Leoniden oder der Geminiden.
Das astronomische Highlight schlechthin wird aber der Venustransit am 5. Juni sein. Zwar gilt auch hier je weiter östlich man sich befindet umso besser werden die Beobachtungs-bedingungen und die Beobachtungslänge, aber es geht auch hier in Deutschland.
Bei einem Venusdurchgang schiebt sich unser innerer Nachbarplanet Venus vor die Sonne. Solche Ereignisse lassen sich mit einem Teleskop manchmal sogar freiäugig beobachten – aber bitte immer mit geeigneten Schutzfiltern.
Da die Erd- und die Venusbahn gegeninander um einige Grad gekippt sind, kommt so ein Durchgang max. zweimal pro Jahrhundert vor.
Da wir 2004 schon einen Venustransit hatten, ist der kommende der letzte Transit des 21. Jahrhunderts. Der nächste Durchgang wird dann am 11. Dezember 2117 stattfinden.
Wir können leider nur die letzte dreiviertel Stunde des Durchgangs in den Morgenstunden verfolgen - dafür aber gleich bei Sonnenaufgang, was sicher auch ein tolles Erlebnis wird.
© Alex Socher / AVSO
Es ist ohne Zweifel beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält, dass dieser kleine schwarze Punkt vor der riesigen Sonne fast denselben Durchmesser wie unsere Erde hat.
Wir werden sie zu gegebener Zeit noch ausführlich über dieses Ereignis informieren.
Das Jahr 2012 wartet mit einem weiteren seltenen Highlight auf: Eine Planetenbedeckung durch den Mond. Wurde bei der letzten Bedeckung noch Saturn von unserem Himmelstrabanten "verschluckt", so ist diesmal Jupiter an der Reihe.
Simulation erstellt mit Stellarium 0.10.6.
Auch dies wird wieder eine spektakuläre und sicherlich auch fotografisch hochinteressante, weil anspruchsvolle Aufgabe.
Sicherlich wird das auch ein beeindruckendes Erlebnis, sieht man doch wie klein unser größter Planet im Vergleich zu unserem Mond ist.
Daraus ergibt sich eine ungefähre Vorstellung um wieviel weiter entfernt sich Jupiter doch befindet, wenn man bedenkt, dass der Gasriese eigentlich 10x grösser als unsere Erde ist und der Mond ungefähr einen Viertelerddurchmesser misst.
Bedeckungsdaten für Ottobeuren:
| 03:35 | Immersion of Jupiter, -2.1mag Position Angle=32.4°, Altitude h=10.0° (bright limb) | |
| 04:15 |
|
Emersion of Jupiter, -2.1mag Position Angle=306.4°, Altitude h=16.5° (dark limb) |
Daten mit freundlicher Genehmigung von http://www.calsky.com
Ein weiteres astronomisches Highlight in diesem Jahr ist sicherlich die kommende Sonnenfinsternis. Wenn sie am Mitte November noch nichts vorhaben, könnten sie ihren Jahresurlaub in Australien planen. Dort ist es um diese Zeit schön warm und es gibt eine gute Wettersicherheit. Weitere astronomische Highlights in diesem Jahr ist sicherlich die kommende Sonnenfinsternis. Wenn sie am Mitte November noch nichts vorhaben, könnten sie ihren Jahresurlaub in Australien planen. Dort ist es um diese Zeit schön warm und es gibt eine gute Wettersi-cherheit.Hier in Deutschland sehen wir davon leider auch nichts. So können wir uns nur sicher sein, dass auch dieses Jahr die Sternbilder, Sterne, Planeten und Meteorströme sich so verhalten, wie wir das seit Jahrtausenden gewohnt sind. Diese Konstanz lässt uns jedes Jahr aufs Neue den Nachthimmel genießen und egal wie viel Jahre wir das schon machen - langweilig wird es uns dabei nie.
Himmelsübersicht Januar 2012
Mond und Planeten
Am 9. Januar um 08:30 Uhr ist Vollmond. Der nächste Neumond ist 23. Januar um 8:39 Uhr. Venus ist nun recht auffällig am Abendhimmel zu sehen. Aufgrund der frühen Dämmerung lässt sie sich von 16 - 19 Uhr im Sternbild Steinbock beobachten.
Jupiter ist noch Planet der zweiten Nachthälfte, geht aber schon gegen 2 Uhr unter. Damit ist seine Glanzzeit für dieses Jahr vorbei und er wird abgelöst von Mars.
Unser kleiner Nachbarplanet hat noch eine deutliche Phase, ist aber schon ab ca. 22:30 Uhr bis früh in die Morgenstunden sichtbar.
Allgemein entwickelt sich ein nettes Rennen am Nachthimmel, so ist es möglich mit bloßem Auge 4 Planeten zu beobachten, da auch Saturn in der zweiten Nachthälfte beobachtbar wird.
Mit einem mittelgroßen Teleskop lassen sich sogar alle Planeten bis auf Merkur beobachten.
Objekte des Monats
Der klassische Winterhimmel hat nun Einzug gehalten. So ist natürlich der große Orionnebel M42 das Objekt schlechthin.
In den Wintermonaten lassen sich viele offene Sternhaufen beobachten – stellvertretend seien hier NGC 7261, 7235 oder 6885 genannt. Auch der berühmte Krebsnebel M1 oder der Eskimonebel NGC 2392 ist ein lohnendes Objekt.
Sternschnuppen
Gleich zu Beginn des Jahres tauchen die Quadrantiden auf, deren Maximum am 3. und 4. Januar erwartet wird.
Ein stärkerer Sternschnuppenstrom, der aber zumindest hier in Süddeutschland dem Wetter zum Opfer gefallen ist.
Weiter sind noch die Delta-Cancriden erwähnenswert. Das Maximum dieses wenig bekannten Stroms fällt auf den 24. Januar.
Sternenhimmel im Überblick am 15. Januar 22:00 Uhr MEZ

Grafik erstellt mit Stellarium 0.10.6 http://www.stellarium.org

