Venus
| Mittlere Entfernung zur Sonne: | 108 Millionen km | ![]() |
| Mittlere Geschwindigkeit um die Sonne | 35 km/s | |
| Länge eines Venusjahres | 0,615 Erdenjahre = 225 Erdentage | |
| Länge eines Venustages | 243 Erdentage | |
| Durchmesser | 12.103,6 km | |
| Masse | 0,815 Erdmassen entspr. 3,30x1024 kg | |
| Anzahl der bekannten Monde | 0 |
Die Venus wird oft als Schwesterwelt der Erde bezeichnet, da die beiden Planeten in etwa dieselbe Größe besitzen und unmittelbare Nachbarn im Sonnensystem sind. Aber Raumsonden und erdgebundene Beobachtungen eröffneten, dass die Venus eine ganz andere Welt ist. Der Planet dreht sich gegenläufig zu seiner Bewegungsrichtung um seine Achse. Daher ist ein Venustag länger als ein Venusjahr.
Die dicke Atmosphäre der Venus besteht aus Kohlendioxid (CO2) mit Wolken aus Schwefelsäure. Atmosphärenwinde umrunden den Planeten trotz seiner langsamen Rotation in nur 4 Erdtagen. Der Oberflächendruck beträgt 90 Atmosphären und die Temperatur 500 Grad Celsius. Diese hohe Temperatur rührt von dem sog. "Treibhauseffekt" her: Sichtbares Licht kurzer Wellenlänge kann die dicke Atmosphäre durchdringen, während längerwellige Strahlung, die die erwärmte Planetenoberfläche abstrahlt, von der Kohlendioxiddecke verschluckt wird. Das verursacht einen Temperaturstau, bis die Hitze, die dennoch entweichen kann, so hoch ist, dass sie sich im Gleichgewicht mit der von der Sonne empfangenen Wärme befindet.
Raumsonden und erdgebundene Radarsender können die den Planeten einhüllenden Wolken dennoch durchdringen, um Oberflächenbegebenheiten zu erforschen. Radarbilder zeigen weite vulkanische Ebenen, die merklich höhere Regionen umschließen. Die größten Hochlandgebiete, Aphrodite Terra und Ishtar Terra, erreichen die Größe von Erdkontinenten wie Afrika, sind aber wahrscheinlich ganz anders entstanden. Die Erdkruste besteht aus verschiedenen festen Platten, die (in Äonen) über seine Oberfläche driften. Die Venuskruste hingegen scheint nicht aus festen Platten zu bestehen, sondern bewegt und formt sich auf eine plastischere Art. Dies ist ein entscheidender Unterschied, da die Krustenplatten der Erde ihr geologisches Gesicht ausmachen, die Kontinente und ihre Ozeanbassins.
Mit einer Kruste, die durch ihren reichlichen Vulkanismus gekennzeichnet ist, erscheint die Oberfläche der Venus vielfältiger als die irgendeines anderen Himmelskörpers. Mit einem hochempfindlichen Radardetektor entdeckte die Venussonde Magellan eine stattliche Reihe von vulkanischen Erscheinungen und erkalteten Lavaflüssen, darunter den längsten uns bekannten Kanal im Sonnensystem. Einige Oberflächenformen - wie die mit den bezeichnenden Namen Coronae (lat. Kronen), Arachnoide (griech. Spinne), Tessera (lat. Kacheln) und Farrum (pfannkuchenförmige Dome) - wurden auf keiner anderen Welt gesehen.
Das Alter von Planetenoberflächen wird dadurch ermittelt, dass man die Krater zählt, die die Erneuerungsprozesse der Kruste und die Erosion überlebt haben. Die Erosion auf der Venus ist minimal, da ohne flüssiges Wasser die Oberfächenstrukturen nur durch den Wind abgetragen werden. Trotzdem gibt es relativ wenige Einschlagskrater, was darauf hinweist, dass die geologisch aktive Venusoberfläche in ihrer Geschichte mehrmals erneuert wurde.


