Uranus
| Mittlere Entfernung zur Sonne: | 2.871 Millionen km | ![]() |
| Mittlere Geschwindigkeit um die Sonne | 6,8 km/s | |
| Länge eines Uranusjahres | 84 Erdenjahre | |
| Länge eines Uranustages | 0,79 Erdentage | |
| Durchmesser | 51.118 km | |
| Masse | 14,54 Erdmassen entspr. 8,683x1025 kg | |
| Anzahl der bekannten Monde | 27 (Stand: 2003) |
Bemerkenswert bei Uranus ist, dass seine Rotationsachse fast auf seiner Sonnenumlaufsebene liegt, der Planet scheint also zur Seite gekippt. Noch auffälliger ist, dass seine Monde auf dieselbe Weise gekippt sind. Die magnetische Achse teilt nicht diese Regelmäßigkeit: Sie befindet sich etwa zwischen Äquator und Pol - die größte je beobachtete Achsenabweichung überhaupt. Wie bei Jupiter und Saturn ist die Oberfläche, so es überhaupt eine gibt, in einer enormen Tiefe verborgen; alles, was wir sehen können, ist Atmosphäre und Wolken. Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium, aber sie besitzt 10 Mal mehr Methan (CH4) als die Jupiter- oder Saturnatmosphäre. Voyager 2 beobachtete sogar eine dichte Wolkenschicht aus Methan. Wenn es andere Wolken aus Ammoniak (NH3) oder Wasser (H2O) gibt, so sind sie zu tief vergraben.
Das gefächerte Ringsystem wurde 1978 entdeckt, als Uranus über einen Stern hinweg zog und diesen verdeckte. Seitdem sind viele Sternbedeckungen beobachtet worden. Die daraus gewonnenen Resultate führten zu der Ansicht, dass die einzelnen planetaren Ringe von "Schäfermonden" zusammengehalten werden; später wurde diese Überlegung auf die Details, die von den Voyager-Sonden in den Saturnringen gefunden worden waren, übertragen. Voyager 2 fand eine sehr ausgedehnte Corona (äußerste Atmosphärenschicht), welche aus Wasserstoffatomen besteht und die Ringe einschließt. Dieses Medium muss eine große Reibungskraft auf die Ringpartikel ausüben und diese in einer Spiralbahn wie einen ausgebrannten Satelliten auf den Planeten stürzen lassen. Viele Forscher glauben daher, dass die Ringe, wie wir sie sehen, zeitlich begrenzt sind und von einer Kollision unbekannter Kleinmonde in einer Jahrmillionen alten Vergangenheit herrühren.
Andere Kollisionen fand man auf dem kleinen Mond Miranda, welcher von Voyager 2 ungewöhnlich gut fotografiert wurde. Seine unglaublich zerfurchte Oberfläche muss das Ergebnis eines totalen Auseinanderbrechens dieses Mondes sein. Die großen Bruchstücke blieben im Uranusorbit, bis sie sich wieder zu dem Trümmerhaufen vereinten, den wir heute vor uns haben. Das die Katastrophe auslösende Projektil war sehr wahrscheinlich ein Kometenkern; solche Himmelskörper sind in dieser großen Entfernung zur Sonne wahrscheinlich reichlich vorhanden.


