Pluto

Mittlere Entfernung zur Sonne: 5.914 Millionen km Pluto
Mittlere Geschwindigkeit um die Sonne4,7 km/s
Länge eines Plutojahres248,5 Erdenjahre
Länge eines Plutotages6,4 Erdentage
Durchmesser2.274 km
Masse0,0022 Erdmassen entspr. 1,27x1022 kg
Anzahl der bekannten Monde3 (Stand: 2006)

Von Clyde Tombaugh vom Lowell Observatory in Flagstaff/Arizona im Jahre 1930 entdeckt, galt Pluto als der zuletzt gefundene Planet. Er ist der einzige, der im zwanzigsten Jahrhundert nicht von einer Raumsonde besucht werden wird und so bleibt er auch in absehbarer Zukunft der geheimnisvollste Planet unseres Sonnensystems. Da Pluto kleiner als der Erdmond ist und in einer enormen Entfernung die Sonne umkreist, stellt er sich selbst auf den stärksten Teleskopen nur als Fleck dar.

Auf der 26. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union wurde Pluto am 24. August 2006 der Planetenstatus aberkannt. Er zählt seitdem zusammen mit den Körpern UB 2003313 und Ceres zu der Klasse der Kleinplaneten.

Pluto ist kleiner als der Erdmond, mit nur einer dünnen Atmosphäre, die maßgeblich aus Methangas (CH4) besteht. Seine Umlaufbahn um die Sonne besitzt eine große Inklination (Neigung gegen die Erdbahnebene) und ist stark exzentrisch. Etwa 20 seines 248,5 Erdenjahre langen Sonnenumlaufes ist Pluto tatsächlich näher an der Sonne als Neptun. Pluto durcheilt diesen Teil seines Orbits von 1980 bis 1999. Er passierte seinen Perihel (kürzeste Entfernung zur Sonne) im Jahre 1989.

Pluto ist praktisch ein Doppelplanet. Sein Satellit, Charon (1978 von James Christy vom US Naval Observatory entdeckt), ist der größte Satellit relativ zu seinem (Klein-)Planeten, den es im Sonnensystem gibt. Charons Durchmesser von ca. 1.200 km entspricht etwa der Hälfte der des Pluto, und er umkreist den Kleinplaneten in einer Entfernung von ca. 17 Plutoradien. Im Vergleich dazu besitzt unser Erdenmond nur ein Viertel des Erddurchmessers und umkreist unseren Heimatplaneten in einer Entfernung von 60 Erdradien. Wie Pluto besitzt Charon vermutlich auch eine dünne Atmosphäre, aber wir konnten noch nicht seine Zusammensetzung ermitteln.

Charons Umlaufperiode entspricht Plutos Rotationsperiode, so dass ein Plutotag genauso lang ist wie ein Plutomonat. Deshalb wird für einen Beobachter, der auf Plutos Oberfläche direkt unter Charon steht, der Mond stationär über ihm hängen. Andererseits wird ein Beobachter auf der anderen Plutoseite den Mond niemals zu Gesicht bekommen.

Plutos Oberfläche ist mit Methaneis bedeckt, die des Charon mit Wassereis. Dieses ungewöhnliche Paar, gebunden an einen fernen Orbit, stellt ein extrem lohnendes Ziel für Forschungssonden dar, die hoffentlich in naher Zukunft entsandt werden.