Die Oortsche Wolke

Entfernung zur Sonne: ca 1 Lichtjahr (9,46 Billionen Kilometer)

Schon immer haben Kometen die Menschheit fasziniert und erschreckt. Oft wurden sie als Vorboten von Katastrophen oder gar vom Ende der Welt angesehen. Die Wissenschaft hat diese Schreckensbilder weitgehend entkräftet. Der äußere Rand unseres Sonnensystems wird von einer Wolke begrenzt, die Jenseits der Plutobahn liegt. In ihr befinden sich Milliarden von Kometenkernen, die auch "schmutzige Schneebälle" genannt werden. Diese bildeten sich vor Urzeiten bei der Entstehung des Sonnensystems vor Milliarden von Jahren.

Ein Komet besteht aus Kern, Koma und Schweif. Der Kern hat einen Durchmesser von nur wenigen Kilometern. Die Vermessung der Raumsonde "Giotto" ergab, dass der Halleysche Komet 16 Kilometer lang und 8 Kilometer breit ist. Die Bestandteile des Kerns sind vor allem Eis und Staub. Daher kommt auch die Bezeichnung "schmutziger Schneeball". Dieser Kern liegt im Inneren Der Koma, die den umfangreichsten Teil des Kometen ausmacht. Ihr Durchmesser beträgt zwischen 10.000 und 100.000 Kilometer. Die Koma entsteht durch die Annäherung des Kerns an die Sonne. Das Eis verdampft teilweise und umgibt den Kometenkern wie eine Gaswolke. Von der Koma wird durch den Sonnenwind ein Teil des Gases weggetrieben. Der Gasschweif des Kometen entsteht. Sobald sich der Komet von der Sonne entfernt, fliegt der Gasschweif sozusagen voraus, eine Folge des Drucks des Sonnenwindes. Vom Kern gelöste feste Teilchen bilden den Staubschweif. Dieser weist ebenfalls, wenn auch leicht gekrümmt, ständig von der Sonne weg. Die Länge eines Kometenschweifs kann bis zu 300 Millionen Kilometer betragen.

Passiert ein Komet auf seinem Weg um die Sonne einen Planeten, so kann seine Bahn abgelenkt werden. Er gerät in eine relativ kurze elliptische Bahn. Dadurch wird er zu einem kurzperiodischen Kometen, der für einen Umlauf um die Sonne vergleichsweise wenige Jahre benötigt. Ein Beispiel dafür ist der Halleysche Komet. Er Kreuzt die Bahn der Erde alle 76 Jahre. Berühmt ist er vor allem deshalb, weil er der erste war dessen Wiederkehr vorausgesagt wurde. Es gibt auch Kometen, die nicht periodisch sind. Sie machen sogar den weitaus größten Anteil an Schweifsternen aus. Diese Schweifsterne kehren nach dem Passieren der Sonne in die Oortsche Wolke zurück. Diejenigen die länger als 200 Jahre für eine Umlaufbahn brauchen, werden als langperiodisch bezeichnet. Die kürzeste Umlaufzeit hat der Komet Encke mit 3,3 Jahren. Im Juli 1994 wurde der Komet Shoemaker-Levy-9 von Jupiter aus seiner Bahn geworfen. Dadurch geriet er in das Anziehungsfeld des Planeten. Er zerbrach in mehrere Teile und stürzte in die Atmosphäre des Jupiter.